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Olympische Spiele in Gelsenkirchen: Milliarden für Prestige statt für Menschen
Olympia

Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Rat die Bürgerinnen und Bürger direkt entscheiden lässt. Das ist richtig so. Denn bei einem Projekt dieser Größenordnung geht es nicht um Details – es geht um Milliardenrisiken und die Frage, wer am Ende dafür bezahlt.

Und genau deshalb müssen wir klar sagen: Diese Olympia-Bewerbung ist ein Fehler.

Die vorgelegten Kosten von 4,8 bis 5,2 Milliarden Euro mögen auf den ersten Blick solide wirken. Aber wer sich ernsthaft mit den Erfahrungen vergangener Olympischer Spiele beschäftigt, weiß: Solche Zahlen sind in der Regel das, was man politisch gern hören möchte – nicht das, was am Ende tatsächlich bezahlt wird.

Die Forschung zeigt eindeutig: Olympische Spiele überschreiten ihre Budgets regelmäßig und deutlich. Das ist kein Ausrutscher, sondern ein strukturelles Problem solcher Großprojekte.

Ein Blick nach Montreal zeigt, wohin das führen kann: Jahrzehntelange Schulden für ein Ereignis, das gerade einmal zwei Wochen dauert. Und selbst wenn sich Rahmenbedingungen verändert haben – das grundlegende Risiko ist geblieben.

Hinzu kommt ein Punkt, über den erstaunlich selten gesprochen wird: die Verträge mit dem International Olympic Committee. Die öffentliche Hand verpflichtet sich darin, für Defizite einzustehen. Mit anderen Worten: Wenn die Kosten steigen – und die Wahrscheinlichkeit ist hoch -, dann zahlt die Stadt. Gleichzeitig fließen zentrale Einnahmen aus Fernsehrechten und Sponsoring nicht an die Kommune, sondern an das IOC und internationale Partner.

Das ist keine ausgewogene Partnerschaft. Das ist ein Modell, bei dem Risiken und Erträge sehr ungleich verteilt sind.

Auch die versprochenen wirtschaftlichen Effekte halten einer nüchternen Betrachtung oft nicht stand. Ein erheblicher Teil der Ausgaben fließt an große, häufig internationale Unternehmen. Das bedeutet: Ein beträchtlicher Anteil des investierten Geldes verlässt die Region wieder, statt vor Ort nachhaltige Wertschöpfung zu erzeugen.

Und während über Milliarden für Olympia diskutiert wird, fehlt das Geld an anderer Stelle ganz konkret: bei unseren Sporthallen, unseren Vereinen, unserer kommunalen Infrastruktur. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Und die Frage ist: Wo bringt er den Menschen vor Ort tatsächlich etwas?

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Eine hochverschuldete Kommune sollte sich nicht auf ein Projekt einlassen, dessen Kosten schwer kalkulierbar sind und dessen Nutzen unsicher ist.

Darum empfehlen wir: Stimmen Sie beim Ratsbürgerentscheid mit NEIN.

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