Die Produktionsstilllegung bei thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen ist Ausdruck struktureller Wettbewerbsverzerrungen auf dem globalen Elektrostahlmarkt. Empirische Handelsdaten zeigen seit Jahren einen starken Anstieg preisaggressiver Importe, insbesondere aus Drittstaaten mit deutlich niedrigeren Energie-, Umwelt- und Sozialstandards. Diese Importe liegen vielfach unter den langfristigen Durchschnittskosten europäischer Produzenten und entfalten damit eine klassische Dumpingwirkung.
Aus industrieökonomischer Sicht handelt es sich bei kornorientiertem Elektrostahl um ein strategisches Vorprodukt für die Energiewende, die Elektromobilität und den Ausbau der Stromnetze. Der Verlust heimischer Produktionskapazitäten erhöht die Importabhängigkeit, schwächt technologische Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette und schafft langfristige Versorgungsrisiken.
Die Situation in Gelsenkirchen verdeutlicht somit ein zentrales Defizit der europäischen Wirtschaftspolitik: Während hohe regulatorische Anforderungen an die heimische Industrie gestellt werden, fehlen wirksame handelspolitische Instrumente zur Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen. Eine nachhaltige Lösung erfordert daher eine kohärente Industrie- und Handelspolitik, die strategische Schlüsselindustrien schützt, ohne Effizienz- und Innovationsanreize zu unterminieren.
Wir fordern:
✓ Dumping stoppen
✓ faire Wettbewerbsbedingungen schaffen
✓ Schutz strategischer Industrien
✓ Solidarität mit den Beschäftigten


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